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Gerhart-Hauptmann-Haus

Kulturelles Zentrum der Insel

Im Haus "Seedorn" in Kloster war Gerhart Hauptmann (1862-1946) bereits 1926 Sommergast. Um 1920 errichtet, wurde es von der Besitzerin zuerst vermietet und schließlich an die Gemeinde Kloster verkauft. 1930 konnte der prominente Badegast Hauptmann das Haus erwerben und um einen Anbau mit einem großzügigen Arbeitszimmer und dem sogenannten Abendzimmer erweitern. Dort pflegte er Geselligkeiten mit vielen berühmten Gästen und Freunden.

Gerhart-Hauptmann-Haus

Seit seinem zehnten Todestag 1956 ist das Haus "Seedorn" Gedenkstätte und kulturelles Zentrum von Kloster, denn hier finden Lesungen, Vorträge, Kammerkonzerte und Ausstellungen statt. Im September 2001 las Wladimir Kaminer (*1967) im Arbeitszimmer Hauptmanns. Im Herbst desselben Jahres gab es eine Sonderausstellung mit Arbeiten des Malers Willy Jaeckel (1888-1944) und ein Konzert des brasilianischen Pianisten Roberto Domingos mit dem Cellisten Stefan Heinemeyer (*1981).

Die starke innere Bindung des Dichters an die Insel und sein Hiddenseer Haus findet Ausdruck in dem Gedicht DIE INSEL, das 1943 bei seinem letzten Aufenthalt entstand. Hauptmanns Wohnräume sind so gut wie unverändert.

In der Veranda erhält der Besucher einen Überblick über das Leben Gerhart Hauptmanns. In der Diele gewinnt man einen Eindruck vom Werk des Dichters. Der dritte Raum ist dem Themenkreis Hauptmann, seine Zeitgenossen und Hiddensee gewidmet. Durch die Flügeltür betritt der Besucher eine geräumige Terrasse, die neben dem Arbeitszimmer Hauptmanns auch als Ort der Begegnungen und für Veranstaltungen genutzt wird. Im August 2003 fand auf jener Terrasse erstmalig ein Stummfilm-Festival mit musikalischer Begleitung statt.

Auch zum ersten Mal im "Hauptmann-Haus" und auf Hiddensee stellte die weltbekannte Brecht-Interpretin Gisela May (*1924) im Juni 2003 das autobiographische Buch ES WECHSELN DIE ZEITEN (2002) vor. Dem Andrang des Publikums konnte die Leiterin Frau Dr. Klies nur nachkommen, indem sie die großartige Schauspielerin und Sängerin um einen zweiten Auftritt am Folgetag bat, was diese auch spontan zusagte.

Ein weiterer Höhepunkt des Sommers 2003 war außerdem der Liederabend der in Berlin geborenen und in Leipzig aufgewachsenen Mezzo-Sopranistin Carolin Masur mit der grandiosen Pianistin Ansi Verwey. Sie interpretierten auf wunderbare und ganz eigene Weise Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), Claude Debussy (1862-1918), Henry Duparc (1848-1933) und George Bizet (1838-1875).