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Künstler

Der Inselrhythmus ist anders ...

Ob in pralle Sanddornfarben gekleidet, ob unter fliehenden Sommerwölkchen am weiten Weststrand, ob mit blühenden Heideteppichen, ob schneebedeckt hinter Eisbarrieren, Hiddensee ist eine Insel für jede Jahreszeit. Und Hiddensee ist eine Insel für Künstler und Kunstliebhaber.

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So unterschiedliche Prominente wie Albert Einstein (1879-1955), Thomas Mann (1875-1955), Asta Nielsen (1881-1972), Billy Wilder (1906-2002), Helene Weigel (1900-1971), George Grosz (1893-1959), Joachim Ringelnatz (1883-1934) und unzählige andere umgarnte sie mit ihren stillen Reizen.

Kaum verläßt man die Fähre, beginnt der Inselrhythmus zu wirken. Das nahe Festland ist sehr weit weggerückt. Der gleichmäßig ruhige Schritt der Kutschpferde bestimmt den Zeittakt auf der Insel und überträgt sich auf den Inselbesucher. Die Zeit läuft nicht langsamer, aber bedächtiger. Hiddensee erweist sich zudem als idealer Ort für Tagträumer und Naturliebhaber. Dieses Insel-Flair bewirkt Entspannung und Inspiration.

Viele Künstler ließen und lassen sich inspirieren von dieser Atmosphäre. Etliche Gedichte, Romane, Bilder, Photographien entstanden schon über das "söte Länneken".

Beispielsweise besuchte am 4. November 2003, nach langer Pause, der Schauspieler, Autor, Musiker und Maler Armin Müller-Stahl (*1930) die Insel wieder. Er kam, um zu musizieren und Passagen aus seiner schriftstellerischen Arbeit vorzutragen. Die von ihm ausgewählten Texte besaßen eine Vielfalt wie sie auch seinem Wesen eigen ist. Die Palette reichte von sehr ergreifenden Geschichten bis hin zu humorvollen Episoden.

Auch vor seiner Ausreise aus der DDR im Jahre 1980 besuchte der "Gaukler, Tragöde und Narr", wie er sich selbst gern nennt, das Inselchen im Norden einer Republik, der er den Rücken kehrte, weil er mit der diktatorischen Politik nicht einverstanden war. Häufig wohnte er damals in der Neuendorfer Pension bei Freese, wie lange vor ihm der Autor Hans Fallada (1893-1947).