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Wetterstation

Die Kachelmannsche Wettervorhersage

Der Entertainer Jörg Kachelmann initiierte Ende der neunziger Jahre den Bau einer Wetterstation auf Hiddensee. An zwei verschiedenen Standorten ließ er Meßstationen errichten. Eine befindet sich am Leuchtturm in Kloster, dem Wahrzeichen der Insel.

Sonnenuntergang

Die alternativen Messungen finden in der Heide nahe der "Heiderose" statt. Der Mittelwert landet dann im Wetterbericht der Tagesschau. Ziel ist es, die regionalen Besonderheiten des Wetters im nordöstlichsten Teil Deutschlands herauszufinden, und diese in den täglichen Prognosen zu berücksichtigen.

Das Klima auf Hiddensee wird maßgeblich von der Ostsee bestimmt und beeinflußt. Der exponierten Lage inmitten der See hat die Insel sein relativ ausgeglichenes Wetter zu verdanken. Nördlicher Wind bringt die verhältnismäßig trockene Luft. Bis zur südschwedischen Küste sind es circa 80 Kilometer. Auf dem Weg zur norddeutschen Region nimmt die skandinavische Luft nur wenig Meeresfeuchtigkeit auf, so daß Hiddensee zu den regenärmsten beziehungsweise trockensten Gebieten Deutschlands gehört.

Am wärmsten ist es im Juli und August, am kältesten im Februar. Im niederschlagsreichsten Monat August ist das Ostseewasser warm genug, damit die Schauer, die vom Festland kommen, auf dem Weg über das Wasser nicht zusammenfallen.

Die Herbststürme bringen einerseits wunderschönes Strandgut wie den Bernstein mit sich, andererseits ist die Steilküste durch Unterspülung und darauf folgenden Abbruch bedroht.

Seit etwa 150 Jahren gibt es eine Rückbildungsphase. Die See nimmt sich mehr Sand, als sie wieder aufspülen kann. So fordert das Meer jährlich einen Tribut von mehreren tausend Kubikmetern Tonerde, die unterspült wird und schließlich abbricht.

Wie Wind und Wasser den Sand an die Küsten werfen, ihn wieder wegreißen und so die Ufer Hiddensees einer ständigen Veränderung unterziehen, gehört zu den Alltäglichkeiten, mit denen die Hiddenseer seit Jahrhunderten leben.

Dieses und vieles mehr erfährt der geneigte Besucher bei den regelmäßigen Vorträgen im "Henni-Lehmann-Haus" oder in der "Heiderose" von Jörg Kachelmann oder dem Meteorologen Stefan Kreibohm.

An eine stürmische Nacht erinnert sich der Meteorologe, es war die vom 3. zum 4. Dezember 1999. Da gab es die Hiddenseer Wetterstation ein gutes Jahr. Es wurden Windböen von 178 Kilometer pro Stunde registriert. Dafür passierte auf der Insel recht wenig. Ein paar Dächer wurden abgedeckt, Sanddornbüsche aus der Erde gerissen, zwei Strandkörbe rollten wie Bälle über ein Grundstück in der Heide. Fahrräder veränderten ihren Standort, wenn sie nicht irgendwo fest angeschlossen waren. Nur die Bäume hielten stand.

Von einem heftigen Schneesturm sprach Kreibohm auch. Dieser ereignete sich in der Nacht vom 19. zum 20. März 2000 oder er entsann sich des spektakulären Sommeranfanges im selben Jahr. In Vitte wurden damals 36 Grad Celsius im Schatten gemessen.