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Pressespiegel

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Märkische Allgemeine

Oranienburger Ausgabe, 23. Oktober 2006

Die versteckte Insel
Eine Huldigung an Hiddensee

KREMMEN. Erst Zucker, dann kochendes Wasser. Beides verrühren. "Jetzt erst kommt der Rum", sagt der Schiff-Steward streng, bevor er dem Gast besagtes Getränk serviert. Ein echter steifer Grog ist eben eine ernste Sache. Und so können die Passagiere auf der Überfahrt nach Hiddensee noch etwas lernen. Ganz nebenbei.

Hiddensee. Winzige Ostseeinsel. Intellektuellen- und Künstlerrevier. Mit einem zu DDR-Zeiten ganz besonderen Lebensgefühl. Drei Damen boten in der Goldschmiede eine Hommage an die Insel. Schauspielerin Heidi Zengerle, Marion Magas und Mit-Autorin Rita Thimm lasen aus dem Buch "Hiddensee - Versteckte Insel im verschwundenen Land". Marion Magas, die das Buch herausgegeben hat, will mit den Erinnerungen von Inselfreunden und Lebenskünstlern die Atmosphäre von damals ein wenig konservieren.

Deswegen hat sie unter anderem lange mit Günter Kunert telefoniert. Der stapfte mit Frau und Freunden gerne durch Tang, Sand oder Dünen. Manchmal war auch ein Ölklumpen dabei. Egal, Ost-Berlin war so herrlich weit weg. Anstelle sich den Ärgernissen der Politik auszusetzen, sammelte und schliff der Schriftsteller lieber Bernstein. Im Winter bewunderte er das Eis, das sich über der weißen Boddenlandschaft auftürmte. Heute lebt Kunert mit seiner Frau in der Nähe der Nordsee-Küste. "Dort, wo sich der Himmel so schnell ändert wie auf Hiddensee", erzählt Marion Magas.

Völlig andere Erinnerungen hat Szenenbildner Lothar Holler. Als Kind verbrachte er seine Ferien im Glower Erholungsheim. Eine willkommene Abwechslung bot ein Ausflug nach Hiddensee. Durchzählen, rauf aufs Schiff. Durchzählen, runter vom Schiff. Durchzählen, ab ins Gerhard-Hauptmann-Haus. Zur Belohnung gab es Muckefuck und hartgekochte Eier.

Ein zu DDR-Zeiten bekannter Schauspieler labte sich lieber an Räucher-Scholle. Der Mann synchronisierte Egon Olsen. Ein kleiner Junge und bekennender Olsen-Fan staunte nicht schlecht, als er die Stimme seines Idols hörte. "Papa, Papa, Herr Olsen." In der Schule schrieb er darüber einen Aufsatz. Thema: Das schönste Ferienerlebnis. Er bekam eine Eins.
FRITZ HERMANN KÖSER

Nordkurier

23. Juni 2006

Inselkennerin: "Sötes Länneken" in Essays und Portraits

Nach einer informativen CD-Rom über die Insel Hiddensee legt die Germanistin und Theaterwissenschaftlerin Marion Magas jetzt ein Buch über das "Söte Länneken" vor. Die bestens recherchierte Arbeit schildert ein Refugium für Künstler, Maler und Schauspieler, aber auch für Andersdenkende, ob während der Nazi-Diktatur oder in der DDR. Nach dem Abitur arbeitete die Autorin als Kellnerin - damals eine begehrte Tätigkeit, um auf die Insel zu kommen. Das Mittendrin ist in den Essays und Portraits spürbar, ob sie an den Schauspieler Ernst Busch, die Tänzerin Gret Palucca und den Schriftsteller Stefan Heym erinnern oder Holzbildhauer Jo Harbort und Autor Günter Kunert vorstellen. Ein Buch, das selbst den Inselkenner noch verblüffen kann.
Dieter Stroh

Ostsee-Zeitung

16. Mai 2006

Hiddensee: Fluchtburg im DDR-Alltag

Fast ein wenig zu idyllisch kommt das neue Hiddensee-Buch daher. Autorin Marion Magas, seit 1975 Wahlinsulanerin auf Hiddensee, hat das Material zusammengetragen.

Hiddensee. Marion Magas kommt ein kleiner Baustein ihrer Biografie zu Gute: Sie hat einmal gekellnert. Ja, kellnern, überhaupt alles Gastronomische, ist wesentlicher Bestandteil dieser gesammelten Biografien, welche die Autorin in ihrer Betrachtung des abseitigen Hiddenseer Lebens hervorkehrt. Zusammengetragen hat sie Geschichten durch Anfragen an verschiedene Generationen der DDR-Dauer-Sommer-Hiddensee-Besucher. Enstanden ist eine Geschichte der Fluchtburg Hiddensee im DDR-Alltag, geschichtlich und historisch untersetzt mit Daten zu Häusern und Persönlichkeiten.

Was war die beste Möglichkeit, dauerhaft im Sommer den Insel-Aufenthalt zu ermöglichen? Richtig: jenes Kellnern. So löste sich das zweite Problem von selbst: ohne Zimmer keine Insel. Manchmal sollen die subversiven Künstler im "Wiesengrund" und "Klausner" gar zu illegalen Zimmergebern geworden sein, wenn sie Freunden ihre Bleibe für die Nacht offerierten. Die nicht unterkamen, versuchten nicht selten, in Nestern am Strand oder dem Wald zu nächtigen, was den mit der Schwalbe nahenden Polizisten (ABV) durchaus auch illegale Urlauber mit Rang und Würden aufgreifen ließ. Denn der Aufenthalt von DDR-Bürgern im Grenzgebiet ohne Quartier war verboten. Ein schönes Beispiel der spießigen Republik, der auf Hiddensee in Marion Magas' Buch eine bunte Republik gegenüber gestellt wird.

Zur Ehrenrettung. "Erinnerungen sind, was man daraus machrt", titelt Werner Buhss über eine Novembernacht in der Lietzenburg. Auch seine Geschichte konzentriert sich neben einem Gespenst aufs Quartiermachen und die kreative Nutzung der Gastronomie als Schreiberling. Gut, dass Reinhard Piechocki in seinem kurzen aber eindringlichen Beitrag zumindest mal das Thema Stasi anhand der Bohley-Brüder erwähnt. Denn so allgegenwärtig, wie sie im Grenzgebiet gewesen sein soll, so abwesend ist sie im -zugegeben- amüsanten Buch. "Innenansichten einer versunkenen DDR-Gastronomie mit Prominentem Service" könnte es auch heißen.

Die 213 Seiten dürften den Nichtkennern viele prominente Einblicke gewähren, den Kennern jedoch manches Schmunzeln an alte Zeiten entlocken. Erhältlich im Buchhandel unter ISBN 3-00-018-132-6.
A. Küstermann

Nordkurier

06. Januar 2005

Aufgehorcht: Insel-Zeitreise

Mit einer bemerkenswerten CD-Rom über die Insel Hiddensee hat sich die Germanistin und Theaterwissenschaftlerin Marion Magas - die von dem Eiland stammt und seit 1988 in Berlin lebt - den lang gehegten Wunsch nach einem umfassenden, vor allem kulturgeschichtlichen Überblick erfüllt. In Essays und Portraits zu Epochen und Künstlern mit entsprechenden Hiddensee-Impressionen geht sie auf eine sehr informative Zeitreise. Im Mittelpunkt stehen fünf Rubriken vonn 1100 über die 1880 entstehende Künstlerkolonie, die Nazi-Diktatur, die DDR-Zeit bis zum Heute. Die Zeit nach 1989 ist der umfangreichste Abschnitt, der auch Künstler, Orte und Veranstaltungen enthält. Dazu gehören Bildergalerien mit Werken verschiedener Künstler. Dank dem Berliner Mediendesigner Ralph G. Schulz wird der Inhalt in einer ansprechenden Form präsentiert.
Dieter Stroh

Marion Magas: Hiddensee. Zu bestellen per Tel. 030 6115725 oder E-Mail an info@hiddensee-kultur.de

Berliner Zeitung

Samstag, 18. Dezember 2004

Hiddensee: Kultur und Kunst auf CD-Rom

Leuchtturm auf Hiddensee

Kultur und Kunst auf Hiddensee werden erstmals auf CD-Rom präsentiert. Neben Geschichten über Gerhart Hauptmann, Asta Nielsen und Joachim Ringelnatz geht es dabei auch um die Malerin Elisabeth Büchsel. Die einzelnen Essays sind aufgelockert mit Insel-Quiz und Puzzle. Die CD-Rom kann man in den Buchhandlungen auf Hiddensee kaufen (19 Euro) oder übers Internet, www.hiddensee-kultur.de, bestellen (22,50 Euro inklusive Versand). (pm.)

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/...

Ostsee-Zeitung

24./25. Juli 2004

Mit Mausklicks durch Hiddensees Geschichte

Kulturell geprägte Zeitreise auf neuer CD-ROM

Computer und Monitor sind das notwendige Gepäck für eine Reise durch die Kulturgeschichte Hiddensees. Mit Hilfe einer CD-ROM wird die Vergangenheit "lebendig".

Von TIMO RICHTER

Rügen. Sanfte Klänge begrüßen den Computernutzer, der am Monitor in die kulturelle Vergangenheit der Insel Hiddensee eintauchen will. "Künstlerkolonien in der Vergangenheit und Kulturelles in der Gegenwart" heißt eine CD-ROM, mit der sich eine ganz besondere Zeitreise über das "Söte Länneken" unternehmen lässt.

Durch fünf Rubriken, gleichsam als historische Abschnitte gegliedert, kann sich der User klicken. In kurzen Essays breitet sich eine vielfältige Vergangenheit auf kulturellem Gebiet aus. Die Zisterzienser tauchen auf, der berühmte Goldschmuck und natürlich Bernstein. Mit Riesenschritten geht es dann in Richtung 17. und 18. Jahrhundert. Größen wie Gerhart Hauptmann, Asta Nielsen oder Henni Lehmann - sie drückten durch ihre Arbeit der Insel einen Stempel auf - kommen mit diesem Silberling ganz multimedial daher. Eigene Kapitel widmet Autorin M. Magas, selbst Hiddenseerin und jetzt in Berlin tätig, dem kulturellen Stillstand nach der Machtergreifung der Nazis und dem besonderen Leben auf der Insel, die zwar als Sperrgebiet ausgewiesen war, aber doch als Zufluchtsort für Andersdenkende galt.

Die Gegenwart, die umfangreichste Rubrik, bietet schließlich ein Abbild der aktuellen Situation auf der Insel. Museen, Wetterstation, Galerien oder die Palucca-Tanzwoche - so erweist sich der Datenträger auch als eine Art Reiseführer. Warum allerdings das blau, das dem kulturgeschichtlichen Aufriss des "Söten Lännekens" zwar eine edle Note gibt, so dunkel ausfallen musste, bleibt ein Geheimnis.

Inselnachrichten

April 2004

Cover der CD-Rom

Eine CD-Rom, herausgegeben von Marion Magas und Ralph G. Schulz, über Hiddensee als KÜNSTLERKOLONIE IN DER VERGANGENHEIT UND KULTURELLES ZENTRUM IN DER GEGENWART, ist erschienen. Sie bekommen "nicht nur einen multimedialen Bildband auf ihren Bildschirm, sondern auch an die 50 Essays bzw. Artikel und einen aktuellen Kulturführer" geboten, versprechen die beiden Autoren.